Colima - der Blindenführhund


In der Großstadt lernte ich Fußgängerzonen und Shoppingcenter kennen. Ich musste auch lernen, von jedem Punkt eines Trainingsweges den Weg zurück zum Ausgangspunkt zu finden.

Fast jeden Tag arbeiteten meine Trainerin, ich und die anderen angehenden Führhundekollegen an einem anderen Ort, damit wir lernten, uns in jeder neuen Arbeitsumgebung schnell zurechtzufinden.

Als ich schließlich alles ziemlich gut konnte, passierte auf einmal etwas Merkwürdiges: Meine Trainerin schloss auf einmal beim Gehen einfach die Augen, und ich musste sehr gut aufpassen, damit sie nicht auf einmal in ein Hindernis lief oder über eine Stufe stolperte und sich verletzte!
Ich fand das sehr komisch und unfair von ihr, dass sie mir nicht mehr half und ich auf einmal die ganze Arbeit im Straßenverkehr allein machen musste. Erst viel später habe ich verstanden, warum sie das tat.

Obwohl mir meine Trainerin nicht mehr so viel half, wurde ich immer besser. Gerade als ich mich im Training zunehmend zu langweilen begann, geschah wieder etwas Aufregendes:

Der Tag meiner Blindenführhunde-Qualitätsbeurteilung war gekommen!

Meine Trainerin war furchtbar aufgeregt, hätte sie aber gar nicht sein müssen, weil ich alle gestellten Aufgaben mit links gemeistert habe. Nur beim blinden Prüfer war ich bockig und wollte nicht mit ihm mitgehen, denn wir Schäferhunde sind sehr auf unsere Bezugspersonen fixiert und gehen gar nicht gern mit Fremden mit. Das haben dann aber auch alle eingesehen, und ich habe die Prüfung trotzdem bestanden.

Meine Trainerin begann, nach einem passenden neuen Herrchen oder Frauchen für mich Ausschau zu halten. Das war gar nicht so einfach, denn wir Schäferhunde sind sehr lebhaft und arbeitsfreudig und mögen am liebsten Menschen, die ebenfalls ein aktives Leben schätzen.

Gerade als ich wieder begann, mich zu langweilen, weil mir meine Trainerin nichts Neues mehr beibringen konnte, kamen im Mai 2004 einige neue Leute zu Besuch. Das war an sich nichts Ungewöhnliches, weil meine Trainerin oft Besuch von Leuten hatte, die sich einen Führhundkollegen aussuchten. Nur für mich war bisher noch niemand dabei gewesen.
Ich hatte gehört, dass der neue Besucher bereits meine Führhundkollegin „Leni“, eine Kurzhaar-Collie-Hündin, kennen gelernt hatte.


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