Colima - der Blindenführhund


Zum Glück wollte er aber keinen Collie, obwohl „Leni“ ihn ganz brav geführt hatte. Er wollte unbedingt einen Deutschen Schäferhund – er wollte mich!!
Er hatte von mir gehört und kam nun, um mich persönlich kennenzulernen.

Es war Liebe auf den ersten Blick! Ich weiß noch genau, er trug ein sonnengelbes T-Shirt – Gelb ist meine Lieblingsfarbe, denn diese Farbe können wir Hunde am besten sehen – und bewunderte meine großen, dicken Pfoten und meine schön geformten Ohren. Ich habe gleich gemerkt, dass er sportlich ist, denn er durfte mit mir Probe gehen. Da habe ich ihn gleich getestet und bin mit ihm 2 km in flottem Trab gesprintet – und er hat super mitgehalten und kam gar nicht außer Puste. Da habe ich gewusst:

Er ist der Richtige für mich!

Ich war furchtbar nervös, denn noch wusste ich ja nicht, ob er mich auch wirklich haben wollte. Um meine Chancen zu erhöhen, zeigte ich mich von meiner allerverschmustesten Schokoladenseite, posierte für Fotos und gab Wolfgang – so hieß er nämlich - zum Abschied noch einmal artig die Pfote, damit er mich auch ja nicht einfach wieder vergaß.

Meine Sorgen waren zum Glück unbegründet, denn schon ein paar Tage später zog Wolfgang mitsamt seiner Panflöte, seinem Keyboard und seiner Tonanlage im Gästeapartment der Ilztaler REHA-Hundeschule ein. Ich wusste ja schon, dass mein neues Herrchen Musiker war, denn meine Trainerin hatte mir in den letzten Tagen immer wieder seine CD vorgespielt, damit ich mich daran gewöhnen konnte.

Ich bin Wolfgangs erster Blindenführhund, und so gab es viel zu lernen. Mein neues Herrchen lernte, mich zu füttern, zu pflegen und mir bei der Führarbeit die richtigen Hörzeichen zu geben, und ich lernte Herrchens Eigenheiten und Bedürfnisse kennen.

Ich stellte bald fest, dass Herchen zwar die Augen offen hatte aber trotzdem nichts sah und sich ganz auf mich verlassen musste. Nun begriff ich den tieferen Sinn meiner komplizierten Ausbildung, und seither ist die Sicherheit meines Herrchens im Straßenverkehr Ehrensache für mich.

Bald durfte ich mit Wolfgang nach Hause und viele neue Leute kennen lernen. Alle waren begeistert von meiner guten Erziehung, nur die 4 Hauskatzen der Eltern meines Herrchens übten sich anfangs in Zurückhaltung. Sie waren eifersüchtig und von dem Eindringling, der ihnen die Show stahl, gar nicht begeistert. Das konnte ich zunächst gar nicht verstehen, wo ich Katzen doch sooo gerne mag!

Aber mittlerweile haben wir uns gut miteinander arrangiert.


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