Vom Welpen zum Führhund


Info-Film "2 BEINE für 4 PFOTEN - Auf dem Weg zur Wolfgang Niegelhell Stiftung für Blindenführhunde": Bitte hier klicken!

Für die Ausbildung zum Blindenführhund sind verschiedene Rassen geeignet.
Häufig herangezogene Rassen sind der Deutsche Schäferhund, Labrador und Golden Retriever, Collie und Großpudel.
Auch sogenannte „Arbeitskreuzungen“ aus den genannten Rassen kommen zum Einsatz.

Welpen werden entweder im Rahmen eines Zuchtprogramms der Blindenführhundeschule eigens gezüchtet oder von ausgewählten Züchtern angekauft.
Entscheidend für die Aufnahme eines Welpen in das kostspielige Aufzuchtprogramm sind seine Charakterzüge wie z.B. Menschenfreundlichkeit, Temperament und Neugierverhalten sowie die Gesundheit der Elterntiere.

Im Alter von 8 bis 12 Wochen kommen die Welpen in Patenfamilien, die diese unter Anleitung der Blindenführhundeschule ein Jahr lang an das Familienleben, Hausmanieren, den Straßenverkehr und verschiedenste Umweltsituationen gewöhnen.

Nach einer eingehenden Überprüfung des Charakters und der Gesundheit kommen die Junghunde im Alter von 12 bis 16 Monaten in die Blindenführhundeschule zur Spezialausbildung.

Ein angehender Blindenführhund erlernt neben dem notwendigen Grundgehorsam die Bewältigung einer Fülle von Aufgaben im Straßenverkehr.
Zu diesen Aufgaben gehören das Anzeigen von Querstraßen, Bordsteinen, Zebrastreifen, Sitzgelegenheiten, Türen und Eingängen, Theken, Schaltern und Kassen in Geschäften sowie die Umgehung von Baustellen, Boden-, Seiten- und Höhenhindernissen.
Der Hund lernt, im Führgeschirr einen gleichmäßigen leichten Zug und eine konstante Geschwindigkeit beizubehalten und auf Hörzeichen die Gehgeschwindigkeit zu ändern und Richtungsänderungen durchzuführen oder anzuhalten.

Die Anforderungen werden während der ca. 8 Monate dauernden Spezialausbildung von anfänglich ca. 15 Minuten Training in Dorf und Freiland auf bis zu 2 Stunden anspruchsvoller Arbeit in der Großstadt mit Bewältigung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Fußgängerzonen und Shoppingcentern gesteigert.

Jeder Hund wird seinen Anlagen entsprechend individuell gefördert.
Besonders wichtig ist es, im Hund die Freude an der Zusammenarbeit mit dem Menschen im allgemeinen und an der Führarbeit im besonderen zu wecken und auf Dauer zu erhalten.

„Kadavergehorsam“ ist beim Blindenführhund unerwünscht.
Angehende Blindenführhunde werden bei jeder Gelegenheit, in jeder Trainingssituation dazu angehalten, selbständig zu denken und in Gefahrensituationen „intelligenten Ungehorsam“ zu zeigen, das heißt, Hörzeichen, deren Ausführung den blinden oder sehbehinderten Hundeführer gefährden würden, zu verweigern, z.B. an Bahnsteigrändern oder vor Baugruben oder Höhenhindernissen.
Hier darf der Hund auch nach mehrmaliger nachdrücklicher Hörzeichengebung des Hundeführers keinesfalls in die Gefahrensituation hineinführen, sondern muss auch gegen den Willen des Führers einen Umweg finden oder anhalten.

In seiner Freizeit ist ein Blindenführhund ein ganz normaler Hund – er lernt während seiner Ausbildung, dass das Führgeschirr seine Dienstkleidung ist, aber nach der Arbeit braucht er Freizeit und Entspannung genauso wie ein Mensch und darf ganz Hund sein!

Die Zusammenschulung mit dem neuen Hundehalter

Hundebesitzer wissen genau, wie anstrengend es ist, wie viel „Aufsicht“, wie viele Blicke es benötigt, einen Hund zu führen.
Blindenführhunde werden von ihrem Trainer schon während der Ausbildungszeit auf ein Zusammenleben mit einem blinden Menschen ohne Augenkontakt vorbereitet.
Der angehende Blindenführhund muss lernen, auch ohne Sichtkontakt zuverlässig zu arbeiten und die Hörzeichen des Hundeführers zu befolgen.

Während der Einschulung lernt der angehende Blindenführhundbesitzer, seinen Hund zu pflegen und mit ihm zu kommunizieren.
Zunächst lernt der Blinde oder Sehbehinderte seinen Hund an der Blindenführhundeschule kennen, muss das Herz des Hundes erobern und den Umgang und die richtige Anwendung der verschiedenen Hörzeichen üben.

Nicht jeder Hund passt zu jedem Menschen.
Von seiten des Blindenführhundetrainers ist viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl notwendig, um für und mit dem blinden/sehbehinderten Interessenten einen zu den persönlichen Eigenschaften und zur Lebenssituation passenden Hund auszusuchen.

Auch mehrfachbehinderte oder anderweitig in ihrer Mobilität eingeschränkte Blinde profitieren von einem gut ausgebildeten Führhund, denn für ihre Lebensqualität ist der tägliche Gang zum Bäcker und zur Bank im Park mit Hilfe des Führhundes ebenso wertvoll wie für den 100%ig mobilen Blindenführhundhalter Fernreisen mit Bahn und Flugzeug oder anspruchsvolle Wege zur Arbeit in der Innenstadt.

Ein Blindenführhund ist nicht nur Hilfsmittel sondern auch Kamerad und Freund und Kommunikationsbrücke zu den „nichtbehinderten“ Mitmenschen und verbessert so ganz entscheidend die soziale Integration und Anerkennung des Blindenführhundhalters in der Gesellschaft.
Ein Blindenführhund bedeutet eine entscheidende Verbesserung der Lebensqualität seines Halters hinsichtlich Mobilität, Verkehrssicherheit und Selbstwertgefühl.

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